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Open Banking erklärt: Was eine App wirklich sieht, wenn du dein Konto verbindest

Immer mehr Apps fragen: „Bankkonto verbinden?“ Wir erklären, was dann wirklich passiert, was die App sieht, was nicht, und wie du prüfst, wem du Zugriff gibst. Am Beispiel unserer drei Produkte.

Was Open Banking ist

Open Banking bedeutet: Deine Bank muss Daten von deinem Konto an ein anderes Unternehmen weitergeben, wenn du das willst und wenn dieses Unternehmen die passende Lizenz hat. Grundlage ist die EU-Richtlinie PSD2 (2015/2366), die für Banken in der ganzen Europäischen Union gilt. Die Daten laufen über sichere Schnittstellen der Banken (APIs), nicht über die Weitergabe deiner Zugangsdaten.

Für dich heißt das: Eine App kann deinen Kontoverlauf sehen, ohne dass du PDF-Kontoauszüge verschickst, Screenshots machst oder Überweisungen in eine Tabelle abtippst.

AIS und PIS: zwei ganz verschiedene Dienste

Die PSD2 beschreibt zwei Dienste, die man leicht verwechselt:

  • AIS (Kontoinformationsdienst) erlaubt, Daten vom Konto zu lesen. Nur zu lesen.
  • PIS (Zahlungsauslösedienst) erlaubt, in deinem Namen eine Zahlung auszulösen.

Alle Produkte von veinito. nutzen ausschließlich AIS. Technisch können sie keine Zahlung auslösen, keine Kontoeinstellungen ändern und kein Geld bewegen.

Was die App genau sieht

Mit AIS sieht eine App nur Daten der Konten, die du selbst auswählst:

  • Name des Kontoinhabers und Kontonummer,
  • Kontostand,
  • Umsätze: Datum, Betrag, Verwendungszweck, Zahler oder Empfänger.

Was sie nicht sieht: deine Zugangsdaten zum Onlinebanking (du meldest dich bei deiner Bank an, nicht in der App), Konten, die du nicht ausgewählt hast, und nichts, wofür das Konto verändert werden müsste.

So läuft die Zustimmung ab

  1. Du wählst in der App deine Bank aus.
  2. Die App leitet dich zur Website oder App deiner Bank weiter. Dort meldest du dich wie gewohnt an und bestätigst deine Identität.
  3. Die Bank zeigt, wer Zugriff möchte, auf welche Konten und wie lange. Du wählst die Konten aus und stimmst zu.
  4. Du kehrst zur App zurück, die ab jetzt die Daten der gewählten Konten lesen kann.

Die Zustimmung ist befristet. Seit der Änderung von 2022 (Delegierte Verordnung 2022/2360) darf eine Bank sie höchstens 180 Tage ohne erneute Bestätigung aufrechterhalten. Danach muss sie erneuert werden, sonst läuft der Zugriff von selbst ab.

Wer überhaupt fragen darf

AIS-Zugriff bekommt nur ein lizenzierter Kontoinformationsdienst (AISP). Ein solches Unternehmen wird von einer nationalen Finanzaufsicht beaufsichtigt und ist im öffentlichen Register der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) eingetragen.

Bei den Produkten von veinito. stellt Enable Banking Oy die Verbindung zur Bank her, ein finnischer AISP unter Aufsicht der FIN-FSA. Der Eintrag im EBA-Register ist öffentlich, wir verlinken ihn unten in den Quellen. Enable Banking bindet über 2.500 Banken in mehr als 30 europäischen Ländern an, deshalb funktioniert derselbe Mechanismus in Polen, Deutschland oder Spanien.

So widerrufst du die Zustimmung

Es gibt zwei Wege, beide wirken sofort: Du trennst die Bank in den Einstellungen der App, oder du entfernst den Zugriff in deinem Onlinebanking (meist unter „Zustimmungen“ oder „Drittanbieter“). Du musst niemanden fragen und keinen Grund nennen.

Wie unsere Produkte das nutzen

  • ClassKasa liest die Eingänge auf dem Klassenkonto und ordnet jede Überweisung automatisch der richtigen Familie zu, damit der Kassenwart nichts von Hand abhaken muss.
  • CzynszOK prüft in den Bankdaten das Einkommen im Verhältnis zur Miete und die bisherigen Mietzahlungen, stellt ein Zertifikat aus und löscht die Rohdaten direkt danach. Der Vermieter sieht keine Beträge.
  • Kasandro führt Konten mehrerer Banken zusammen, auch die des Partners, und zeigt, wohin das Geld des Haushalts fließt. Einblick, keine Anlageberatung.

Worauf du achten solltest

  • Fragt eine App in ihrem eigenen Formular nach deinen Zugangsdaten zum Onlinebanking, ist das kein Open Banking. Bei echtem AIS meldest du dich immer bei deiner eigenen Bank an.
  • Prüfe, wer der AIS-Anbieter ist, und such ihn im EBA-Register.
  • Lies den Zustimmungsbildschirm deiner Bank: welche Konten, welcher Umfang, wie lange.
  • Gib nur die Konten frei, die der Dienst wirklich braucht.